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Leben und Arbeiten mit dem Bobath-Konzept in Deutschland
Die Leitidee

Gemeinsame Konferenz der deutschen Bobath-Kurse e.V.

[Die Leitidee] [EBTA CONFERENCE Berlin 2005]
[Die Behandlung] [Handling]

Ziel der Therapie

Ist die Differenzierung funktioneller Fähigkeiten, Erweiterung der Handlungskompetenz und größtmögliche Selbständigkeit im Lebensumfeld. Bei Menschen mit schwersten Behinderungen kann dies – neben der Sicherung der Vitalfunktionen – ihre Mithilfe bei den pflegerische Maßnahmen bedeuten oder zumindest deren Akzeptanz, bei anderen die eigenverantwortliche und selbstbestimmte Organisation ihres Alltags

Übergeordnete Leitidee

der Therapie ist, optimale Bedingungen für die Entfaltung der sensomotorischen Kompetenz der betroffenen Person unter Berücksichtigung der geistigen, sozialen und emotionalen Bereiche zu ermöglichen.

So wird versucht, günstige Voraussetzungen für sensomotorisches Lernen  herzustellen. Wesentliche Bestandteile dabei sind zentrale Wachheit und Aufmerksamkeit bei den Betroffenen wieder zu aktivieren. Dazu können beispielsweise somato- sensorische und vestibuläre Informationen, wie Berühren und Bewegen, aber auch Anregungen im akustischen und optischen Bereich, sowie im Geruchs- und Geschmacksbereich gezielt ausgesucht und angeboten werden. Allerdings kann nur durch eigenes Ausprobieren und variationsreiches Wiederholen im entsprechend sinnvollen Kontext ein  Prozess des handlungsorientierten und funktionellen Lernens entstehen. Daher werden Alltagssituationen gewählt, die zum Experimentieren und Entwickeln eigener Strategien besonders günstig sind. Handlungskompetenz kann sich dann entwickeln, wenn der betroffene Mensch Ziele verfolgen kann, die für ihn selbst bedeutungsvoll sind. Die für das Erreichen des Zieles benötigte Hilfe erhält er durch die Anwendung therapeutischer Techniken. Unter solchen Bedingungen kann optimale Eigenaktivität  entstehen, die bei Beachtung biomechanischer Gegebenheiten durch das entsprechende therapeutische Angebot tonusregulierend wirkt.

Im Unterschied zu anderen Therapiekonzepten existieren im Bobath-Konzept keine standardisierten Übungen, sondern im Vordergrund stehen individuelle und alltagsbezogene therapeutische Aktivitäten. Dies betrifft Bereiche wie Kommunikation, Nahrungsaufnahme, Körperpflege, An- und Auskleiden, Fortbewegung, Spiel und Beschäftigung -beispielsweise zu  Hause, im Kindergarten, in der Schule, im Beruf oder in der Freizeit. Es ist Aufgabe der TherapeutenInnen, die spezifischen Erfordernisse wenn immer möglich gemeinsam mit dem betroffenen Menschen und den ihn betreuenden Personen herauszufinden. Daraus resultiert zum einen die Vermittlung spezifischer »Handhabungs-Anleitungen« an die betreuenden Personen (Familienmitglieder, Begleitpersonen, Pflegepersonal, Lehrerinnen und Erzieher- innen), zum anderen die Anpassung des Umfeldes (Lagerungs-,  Sitz-, Steh- und Fortbewegungshilfen sowie die Adaptierung von Gebrauchsgegenständen) an die individuellen Bedürfnisse. Des Weiteren dienen alle diese Maßnahmen dazu, körperliche Sekundärschäden wie Kontrakturen, Luxationen und Deformitäten zu verhindern, aber auch Folgen im emotionalen und sozialen Bereich zu beeinflussen oder in Grenzen zu halten.

In der Bobath-Therapie wird je nach Alter, Beeinträchtigung und Schädigungsform des betroffenen Kindes, Jugendlichen bzw.  Erwachsenen unterschieden. Im folgenden soll darauf eingegangen und entsprechende Schwerpunkte der Fachdisziplinen dargestellt werden.

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